Biennale

18.07.2022

Unter dem Motto IN SITU PARADISE ist derzeit in Lindau zeitgenössische Kunst, die laut offizieller Broschüre „sich mit der Lokalität der Spannung zu außenstehende Perspektiven auseinandersetzt“. Es solle eine Einladung sein, gemeinsam Orte (wieder) zu entdecken und mitzugestalten. Insgesamt gibt es 23 sehr unterschiedliche Kunstinstallationen zu betrachten. Dabei haben diverse Installation auch für ordentlich Gesprächsstoff in der Stadt gesorgt. Ich möchte an dieser Stelle die Installationen vorstellen, die ich für sehr gelungen halte. Die Beschreibung der Kunstwerke sind auch jeweils in der offiziellen Broschüre zu finden.

1 – Jaemin Lee Masquerade: Talchum (Toskanapark)

Für die Biennale Lindau baute und gestaltete der aus Korea stammende Künstler knapp 30 Vögelhäuser. Sie sind bemalt mit Masken, die koreanischen Schutzdomänen nachempfunden wurden und sollen sowohl die Insel und ihre Bewohnerinnen und Bewohner als sich die dort nistenden Vögel schützen. Die Häuser sind für verschiedene Arten von Vögel konzipiert und bieten so wertvollen Lebensraum in der Stadt.

2- Dana Greiner: Parajenseits hier (Pumpenhaus am Toskanapark)

Dana Greiner arbeitet medienübergreifend und installativ. Sie verbindet Material, Musik, Skulptur, Text, Film , Licht- und Soundinstallation zu einer Einheit und erschafft intensive Bildwelten innerhalb und außerhalb gesellschaftlicher Kontexte. Für die Bienale Lindau beschäftigt sie sich mit dem Paradies als Konzept sowie den gesellschaftlichen und menschlichen Hindernissen diese Utopie wahr werden zu lassen. Am Ende ihrer Arbeit bleiben Hoffnung, Selbstreflexion und Selbstermächtigung.

Dieses Kunstwerk ist ein schönes Farbenspiel. Die Idee mit dem Spiegel und den damit verbundenen Perspektivenwechsel finde ich sehr gelungen. Allerdings trifft es nicht meinen Geschmack ständig durch Lautsprecher seltsame Phrasen bis hin zu Beschimpfung sich anhören zu müssen.

3- Manuel Strauss: Flaschenpost (Kleiner See)

Manuell Strauß platziert für die Biennale bunt leuchtende, geometrische Bojen auf dem kleinen See. Die Hohlkörper sehen ansprechend aus, können jedoch nicht von nahe, geschweige denn von innen erfahren werden. Ähnlich wie das Paradies sind sie in unserer Wahrnehmung präsent, aber niemals greifbar. Sie sind Platzhalter für unsere Sehnsüchte und Idealvorstellungen. So schwimmen die Bojen in mittelbarer Nähe zum Betrachter – erkennbar und verlockend, jedoch nicht zu erfassen.

11 – Toshihiko Mitsuya: The Alumnium Garden – Structural Studies of Plants (Luipoltpark)

Toshihiko Mitsuyas künstlerischer Fokus liegt auf Skulpturen aus Aluminiumfolie. Er schafft filigrane Objekte und organische Formen mit seiner speziellen Technik des Schneidens und Falten der Folie. Im Luitpoldpark kreiert er einen Garten aus 100 detailgetreuen Aluminiumpflanzen. Dabei lässt er sich sowohl in situ von der Botanik aus der unmittelbaren Umgebung inspirieren, als auch von Recherchen über Gewächse aus aller Welt.

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